Neues aus Mendoza

6 11 2009

Seit über einem Monat sind wir nun schon in Argentinien und haben uns schon recht gut eingelebt und viel von der argentinischen Lebensweise aufschnappen können. So haben wir z.B gelernt „Truco“ zu spielen, ein Kartenspiel das für argentinien genauso typisch ist wie Schnapsen bei uns. Die Regeln sind eigentlich absolut unlogisch, wichtig ist es, viel zu lügen und zu schreien – ein ziemlicher Spass.

Ausserdem haben wir uns inzwischen an den Mate gewöhnt und trinken nun anstelle von Kaffee auch nur noch Yerba Mate, der mit heissem (aber ja nicht kochendem) Wasser aufgegossen wird und mit Hilfe einer Bombilla (ein kleines Metallrohr mit Sieb) aus einem kleinen Kürbis- oder Holzgefäss geschlürft wird. Der Geschmack ist etwas bitter und daher gewöhnungsbedürftig, aber dafür wird man von Mate wunderbar frisch und munter und es ist viel gesünder als Kaffee. Die Argentinier trinken den Mate literweise (kein Wunder bei den langen Nächten hier) und auch wir haben unseren Mate und die Thermoskanne mit heissem Wasser mittlerweile fast immer dabei, wenn wir das Haus verlassen. 

Auch an den sehr chaotischen Strassenverkehr haben wir uns gewöhnt und können nun am täglichen Schulweg unsere Hausaufgaben machen oder Mate trinken ohne von einem Bus überfahren zu werden (in den ersten Tagen wäre uns das beinahe einige Male passiert). Mit dem Verkehr ist das hier so eine Sache: als Fussgänger kümmert man sich generell nicht darum ob eine Ampel rot oder grün ist, sondern konzentriert sich darauf, heil die andere Seite zu erreichen. Die Autofahrer in Mendoza unterscheiden die Farben zumindest manchmal, aber sicher sein kann man sich auch nicht, dass jeder bei Rot stehenbleibt. Ist auch kein Wunder. Wir haben gehört, dass es in einigen Landesteilen Führerscheinprüfungen und Fahrstunden nur in der Theorie gibt – in der Praxis werden Führerscheine teilweise einfach gekauft, wenn man einen braucht.

Richtig interessant ist es an Kreuzungen ohne Ampel. Bis heute haben wir das System an diesen Kreuzungen nicht durchblickt. Rechtsvorrang gibt es definitiv nicht und auch kein anderes erkennbares Vorrangsystem. Der am schnellsten fährt gewinnt im Zweifel und natürlich kracht es entsprechend oft. Dementsprechend wird nicht viel Wert auf schöne Autos gelegt. Es ist immer wieder faszinierend, was sich hier so alles auf den Strassen bewegt. Einigen Autos würde man es kaum zutrauen, dass sie es bis zur nächsten Strassenecke schaffen, aber sie holpern und husten munter weiter. Wir werden uns wohl weiterhin lieber auf das Busnetz in Argentinien verlassen, als uns selbst hinters Steuer zu setzen…



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2 Antworten zu “Neues aus Mendoza”

  • doris sagt:

    Karten und Diabolo spielen, Tee trinken, Hunde fotografieren ihr scheint ja mächtigen Streß zu haben. Gut, dass ihr die Spreche noch lernen müsst, sonst würdet ihr vor Langweile bestimmt auf dumme Gedanken kommen!
    Bussi Doris

  • Ines, Günther, Emma und Linda sagt:

    Hi ihr 2!
    Gfreit uns, dass es euch gut geht und ihr es auch mit der Familie gut getroffen habt!! Schaut ja echt lustig aus, was ihr so erlebt. Wir beneiden euch!!!
    Bleibts gsund!
    Ines, Günther, Emma und Linda

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